Kultur der Angst

Angst verkauft sich. Es ist wohl ein Charakteristikum des Menschen, dass er denjenigen Meldungen am meisten Aufmerksamkeit schenkt, die seine Emotionen ansprechen. Gute Nachrichten sprechen weniger an als schlechte. Die Medien müssen auf Absatzzahlen und auf Quoten achten, sonst ist ihr Betrieb nicht profitabel. Also machen sie sich den oben beschriebenen Mechanismus zu Nutze und verdienen ihr Geld hauptsächlich mit schlechten Nachrichten. Mit Nachrichten, die die Menschen in wohligen und manchmal auch weniger wohligen Schrecken versetzen. Der Schrecken ist der Transporter der Manipulation. In die richtige, gewollte Richtung Schrecken erzeugen: Diese Meisterschaft kann viel Geld einbringen.

 

Darum soll es in dieser Rubrik gehen: Um Vogelgrippe, Schweinegrippe, Umweltkrise, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Bildungskrise u.s.w.  Wir werden aktuell bombardiert mit Krisen jeder Art und würde man den Medien Glauben schenken, so sind wir in der absoluten Endzeit. Das sind wir allerdings schon seit Jahrhunderten (sehr schön aufgelistet ist die „Chronik der verpassten Weltuntergänge“  in: http://www.unmoralische.de/weltuntergang.htm), was auch selbst gutgläubige Menschen ins Nachdenken bringen sollte. Wieso ist es denn immer wieder weitergegangen?

 

Gewiss: Irgendwann einmal ist es Schluss mit der Menschheit,  unser Planet hat ja auch sein Ablaufdatum, aber es scheint so, als könnten die Medien diesen Moment – aus begreiflichen Kommerzgründen – kaum erwarten. Wie wäre es mit einem Kometeneinschlag oder einem irakischen Atomangriff. Oder aus dem Laboratorium der schrecklichen Geheimdienste entkommene Killerviren?

 

Diese Seite versucht den allgemeinen Schrecken zu relativieren und darauf aufmerksam zu machen, wo der wirkliche Schrecken zu finden ist: im Banalen, im Alltäglichen, im scheinbar Normalen.

 

<26.März 2010>