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„sein“ und „toten“

 

„Er ist tot.“  Das geht nicht. „Sein“ und „tot“ ist ein Widerspruch, denn der Tote ist nicht mehr. Nach dem Tod gibt es kein „SEIN“ des Toten mehr.

„Er ist tot“ suggeriert also, dass jemand „tot“ also nicht mehr „ist“ und gleichzeitig „ist“, nämlich tot.

In unserer Sprache gibt es also nach dem Tod ein „Sein“. Hat sich hier das Religiöse in die Sprache gemogelt?

Für den Jenseitsgläubigen ist das alles kein Problem, für den Atheisten schon: Wir kommen hier in ein Gebiet der Sprach-Paradoxen, jedenfalls für den, der der Meinung ist, dass das „Sein“ des Menschen nach dem Tod unwiderruflich aufgehört hat zu sein.

Vielleicht brauchen wir hier genauso ein neues Wort wie für das Pendant zu „satt“ bezüglich des Trinkens, wofür es bekanntlich kein passendes Adjektiv gibt. Ich habe meinen Durst gelöscht, ich bin…  Was jetzt?

Vielleicht nehmen wir das Verb „toten“, gleich bedeutend mit „nicht sein“.  Also heißt es jetzt: „Er tot.“

Weniger ist mehr, da sind uns vielleicht die Naturvölker voraus.

Obwohl: Deutet nicht die Bezeichnung „Er“ auf etwas „Seiendes“?  Wir kommen anscheinend in des Teufels Küche, was uns natürlich zu neuen Fragen führt: Was gibt es da heute zu essen und zweitens: Gibt es den Teufel überhaupt?