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„sein“ und „toten“

 

„Er ist tot.“  Das geht nicht. „Sein“ und „tot“ ist ein Widerspruch, denn der Tote ist nicht mehr. Nach dem Tod gibt es kein „SEIN“ des Toten mehr.

„Er ist tot“ suggeriert also, dass jemand „tot“ also nicht mehr „ist“ und gleichzeitig „ist“, nämlich tot.

In unserer Sprache gibt es also nach dem Tod ein „Sein“. Hat sich hier das Religiöse in die Sprache gemogelt?

Für den Jenseitsgläubigen ist das alles kein Problem, für den Atheisten schon: Wir kommen hier in ein Gebiet der Sprach-Paradoxen, jedenfalls für den, der der Meinung ist, dass das „Sein“ des Menschen nach dem Tod unwiderruflich aufgehört hat zu sein.

Vielleicht brauchen wir hier genauso ein neues Wort wie für das Pendant zu „satt“ bezüglich des Trinkens, wofür es bekanntlich kein passendes Adjektiv gibt. Ich habe meinen Durst gelöscht, ich bin…  Was jetzt?

Vielleicht nehmen wir das Verb „toten“, gleich bedeutend mit „nicht sein“.  Also heißt es jetzt: „Er tot.“

Weniger ist mehr, da sind uns vielleicht die Naturvölker voraus.

Obwohl: Deutet nicht die Bezeichnung „Er“ auf etwas „Seiendes“?  Wir kommen anscheinend in des Teufels Küche, was uns natürlich zu neuen Fragen führt: Was gibt es da heute zu essen und zweitens: Gibt es den Teufel überhaupt?

Zu Philipp Blom „Böse Philosophen“

Erschütternd ist nicht, dass wir keine Ideen hätten, einen positiven gesellschaftlichen Wandel zu bewirken, erschütternd ist vielmehr, dass bereits vor 250 Jahren all diese Ideen formuliert wurden und sich bis heute wegen des Widerstandes der Kirchen und der Gier des Kapitals nicht durchsetzen konnten.

 

Dies uns zu verdeutlichen ist das Verdienst von Philipp Blom, der in seinem Buch „Böse Philosophen“ die Lebenssituation und die Denkrichtung der radikalen Aufklärer rund um Baron d´Holbach und Denis Diderot untersucht.

 

Hier erfährt man u.a., dass in Holbachs Salon die Evolutionlehre Darwins bereits im Keim diskutiert wurde. Der Biologe Buffon argumentierte schon um 1750 zutreffend gegen die biblische Darstellung vom göttlichen Schöpfungsakt der Erschaffung des Menschen nach Gottes Bild,  dass der Mensch vielmehr ein Tier unter vielen sei und dass sich die Tiere in Abhängigkeit der Umwelt verändern. Demgegenüber müssen wir uns noch heutzutage mit dem Unsinn der Auffassung vom „Intelligenten Design“ herumschlagen und damit unsere kostbare Zeit vergeuden.

 

Wohlbegründet wurde auch in der Holbach´schen Runde, um nur ein weiteres von vielen Beispielen hervorzuheben, die Todesstrafe in ihrer Unmenschlichkeit und Unwirksamkeit rational mit Argumenten kritisiert, die noch heute viele Staaten nicht begriffen haben.

 

Diderot, Holbach und seine Mitstreiter entlarvten die Machenschaften der Kirche und die gesellschaftlich schadensbringende Funktion der Religion fundamental, so dass sie damit wohl wesentlichen Einfluss auf Ludwig Feuerbachs Religionskritik ausübten. Es überrascht nicht, dass bis heute diesbezügliche Pioniere wie der französische katholische Priester

Jean Meslier († 1729 in Étrépigny) und Holbach selber nahezu unbekannt sind, wohingegen Philosophen, die man gemeinhin mit dem Stichwort „Aufklärung“ assoziiert, nämlich Rousseau und Voltaire, keineswegs essentielle Religionskritiker waren.

 

Ebenso wie, auch dies führt Blom  schlüssig aus, bei Immanuel Kant, waren ihre Aussagen durchaus von Christen zu übernehmen, ohne dabei „die eigenen religiösen Vorstellungen aufs Spiel zu setzen“(Blom).

 

Ist diese Kritik bei Kant noch peripher, trifft sie bei Rousseau ins Mark. Denn dieser erweist sich als ebenso gottgläubig, ebenso sexualfeindlich und ebenso frauenfeindlich wie seine christlichen Zeitgenossen, wie wohl sein Einfluss auf spätere Generationen ein viel größerer war,  wie der der radikalen Aufklärer.

 

Aber es ist gerade diese Konsequenzlosigkeit, die Voltaire und Rousseau so beliebt werden ließ: „Écrasez l’Infâme“ rief Voltaire der damaligen Kirche entgegen, lies sich aber eine eigene Kapelle errichten und verachtete jeglichen Atheismus.

 

Mehr Historiker als Philosoph ist Philipp Blom ein flüssig zu lesendes, spannendes Buch gelungen, welches eine neue Sichtweise auf die Philosophen der Aufklärung werfen lässt: man erfährt viel über Freundschaften und Intrigen und die philosophische Kraft der Denker des Kreises um Baron ´d Holbach und Diderot.

 

Und man erkennt vor allem nach der Lektüre eines:

 

Vielen Auffassungen der „modernen“ Welt sieht man die christlichen Wurzeln nicht mehr auf den ersten Blick an. Das betrifft zum Beispiel die immer wieder heraufbeschworenen Weltuntergangsszenarien wie Klimakatastrophe, Pandemieängste etc., hinter denen sich die christlich apokalyptische Sehnsucht verbirgt, ebenso, wie  etwa die Verherrlichung des Leidens bei den Kunstschaffenden in Literatur, Malerei etc., hinter der sich die christliche Leidensfreude versteckt. Auch die verbreitete Ablehnung des Körperlichen, die Sexualfeindlichkeit und die Geringschätzung der Frauen speisen ihre  Kraft aus den monotheistischen Religionen.

 

Dies alles war den „Bösen Philosophen“ bereits sonnenklar. Warum braucht es nur so lange, mag man da seufzen, dass das Licht der Vernunft die religiöse Vernebelung durchdringt?

Fragen zum Tod

 

Herr P. wurde einmal gefragt,  an welchem Tod, da er nun einmal unausweichlich sei, er denn am liebsten sterben würde.  

Am liebsten, antwortete er, würde er nach langer Bettlägerigkeit am lebendigen Leib von Fliegenmaden zerfressen werden.

Er stellte dann seinem Bekannten eine Gegenfrage, von wem er, sollte es  denn geschehen, bei einer Straßenüberquerung mit für ihn tödlichem Ausgang,  lieber überfahren werden wollte,  von einem Mann oder einer Frau.

Schweinegrippe-Korruption

Eine Fiktion („Die Entzauberung der Angst“) kann ganz schön nahe an die Realität kommen.  Am 8. Juni 2010 erschien in der Frankfurter Rundschau folgender Artikel  (http://fr-online.de/top_news/2729106_Grippe-Epidemien-Pharmafirmen-bezahlen-WHO-Impfberater.html),  der die ärgsten Befürchtungen bezüglich der Machenschaften der Pharmaindustrie zu bestätigen scheint:

 

ZITAT ANFANG:

Grippe-Epidemien

Pharmafirmen bezahlen WHO-Impfberater

Von Birgitta vom Lehn

Die Gerüchte waberten immer wieder, jetzt sind sie konkreter geworden: Die Schweinegrippe-Pandemie könnte einen Riesenpharmaskandal ans Licht bringen. „Die Glaubwürdigkeit der WHO ist schlimm beschädigt“, schreibt Fiona Godlee, Chefredakteurin des British Medical Journal (BMJ). Drei Autoren der 2004 erneuerten Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Umgang mit Grippe-Pandemien standen auf den Honorarlisten der Pharmakonzerne Roche und Glaxo Smith Kline (GSK). Beide Firmen vertreiben Impfstoffe und Grippemedikamente.

 

Dem BMJ zufolge erhielten der Infektionsmediziner Fred Hayden (University of Virginia), der Epidemiologe Arnold Monto (University of Michigan) und Karl Nicholson (University of Leicester) Honorare für Vorträge und Beratertätigkeiten, ohne dass die WHO dies transparent gemacht hätte. Hayden verfasste zum Beispiel in den Richtlinien ein Kapitel über den „Gebrauch von antiviralen Mitteln während einer Influenza-Pandemie“ und bekam zeitgleich Geld vom Tamiflu-Hersteller Roche. Nicholson schrieb über „pandemische Influenza“ und ließ sich von Roche und GSK bezahlen. Monto verfasste den Absatz über den Einsatz von Impfstoffen und erhielt Geld beider Firmen.

 

„Kurios“ nennt Godlee es , dass sämtliche Namen des 16-köpfigen Notfallkomitees, das die WHO-Chefin Margaret Chan bei der Ausrufung der Pandemie beraten hatte, „nur Leuten innerhalb der WHO bekannt waren“. Gerade angesichts der hohen öffentlichen Kosten und des Profits, den die Pharmaindustrie mit der Schweinegrippe-Impfung gemacht habe, sei es doch wichtig zu erfahren, ob die WHO-Entscheidungen „frei von kommerziellen Interessen“ waren, mahnt Godlee.

 

Interessenkonflikte beim Thema Impfen sind nicht neu. Solange es keine staatliche Impfstoffproduktion gebe, müsse man mit diesem Dilemma leben, argumentieren viele Experten. Auch die die Bundesländer beratende Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin steht immer wieder in der Kritik. Denn die Mehrzahl ihrer Mitglieder verfügt über gute bis sehr gute Verbindungen zur Pharmaindustrie. Seit einiger Zeit sind sie allerdings verpflichtet, diese Verbindungen in Form von „Selbstauskünften“ offen zu legen.

 

Ständige Impfkommission überfordert

Ergebnis: Nur drei der 16 Experten sind „pharma-frei“. Der Rest sitzt entweder in Gremien, die von Impfstoffherstellern unterstützt werden, plant Impfstudien mit den Herstellern, kassiert Honorare für Vorträge oder publiziert zu Impfthemen in Zeitschriften und anderen Medien, die teilweise von den Herstellern bezahlt werden. Nachzulesen ist das alles auf der Website des RKI.

 

Zum WHO-Skandal äußert sich das RKI nicht. „Das muss die WHO selbst kommentieren“, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. „Wir haben damals bedarfsgerecht reagiert. Wesentliche Akteure waren ohnehin die Länder.“ Bezüglich der Stiko-Pharmakontakte prüfe man bei einzelnen Beratungen und Beschlussfassungen auch genau, ob Befangenheit vorliege oder nicht.

 

Im Fall der Schweinegrippe war die Stiko aber aus anderen Gründen überfordert: So regelt ihre Geschäftsordnung zwar alles für den Fall einer gut planbaren Impfung etwa für Windpocken; für den akuten Notfall einer Pandemie aber ist sie bislang schlecht gerüstet. „Wissenschaftler fürchten, die Aussage ‚Ich weiß es nicht‘ wie der Teufel das Weihwasser“, sagt der Bremer Gesundheitsexperte Gerd Glaeske. Deshalb habe man zeitweilig auch den Eindruck gehabt, die Stiko sei „von der Politik beraten worden und nicht umgekehrt“.

 

Deshalb wird jetzt offenbar an einer neuen Stiko-Geschäftsordnung gebastelt, die es ermöglichen soll, Empfehlungen künftig schneller auszusprechen, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist. Damit würde der pharma-umarmten Stiko automatisch noch mehr Macht – auch ökonomisch – zuwachsen. Schließlich bestimmen ihre Empfehlungen, was die Krankenkassen an Impfungen zu zahlen haben und was nicht. „Ich kommentiere das nicht“, sagt Glasmacher.

 

„Es quält mich“

In einem Bericht über einen RKI-Workshop vom März (Erster Erfahrungsaustausch zur H1N1-Pandemie in Deutschland 2009/10, Bundesgesundheitsblatt, 6.Mai 2010) wird diese Möglichkeit nur vage angedeutet: „Somit stellt sich die Frage, ob die Zuständigkeiten der Stiko und der Pandemiekommission besser an diese Anforderungen angepasst werden sollten.“

 

Immerhin beziehen auch die einzigen beiden klinisch tätigen Autoren des Berichts Geld von Impfstoffherstellern: Barbara Gärtner vom Uniklinikum des Saarlandes und Christian Träder vom Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin erhalten Vortragshonorare von Glaxo Smith Kline. Beide betonen, dass es sich um geringe Beträge handele, die allenfalls als „Aufwandsentschädigungen“ zu bewerten seien.

 

Gärtner ist Mitglied der Influenzakommission für den Pandemiefall und hat auf dem Workshop eine Arbeitsgruppe moderiert, Träder hielt einen Vortrag.

Gärtner betont aber, „nie über Impfungen in irgendeiner Weise mitentschieden“ zu haben. Sie ist sich des Konflikts durchaus bewusst: „Es quält mich. Ich bin weit davon zu sagen: Es beeinflusst mich nicht. Es kostet mich viel Anstrengung, objektiv zu bleiben.“ Allerdings finde man eben keine Menschen, die sachkundig seien und frei von Pharmakontakten.

 

Dass die Stiko ihre Interessenkonflikte jetzt offen legt, findet Gärtner richtig. Noch besser wäre es aber, sagt sie, detailliert zu sagen, wie viel man von der Industrie bekommt. Dass die WHO die Interessenkonflikte ihrer Mitarbeiter nicht offen gelegt hat, hält sie deshalb auch für „falsch“.

 

Träder schränkt ein, dass er den Vorgang nur dann als einen „Skandal“ betrachten würde, wenn die WHO-Autoren tatsächlich zeitgleich Pharma-Beraterhonorare erhalten hätten. Liege die Beratertätigkeit dagegen länger zurück, sei dies unverfänglich. „Gute Leute ohne Firmenkontakte gibt es nicht. Jemand ohne Interessenkonflikt ist im Grunde disqualifziert“, sagt Träder.

„Pandemie-Richtlinien nicht pharmafreundlich“

Gesundheitsforscher Glaeske hält das für „Unsinn“. Man könne auch gute pharmafreie Forschung betreiben. In den vergangenen Jahren sei es Usus geworden, seine Kontakte offen zu legen. Gerade für WHO-Mitarbeiter habe dies zu gelten, fordert Glaeske. Alles andere sei „nicht akzeptabel“.

 

Träder gibt zu bedenken: „Ältere Wissenschaftler haben das oft noch nicht verinnerlicht.“ Bei den WHO-Autoren glaube er nicht, dass dort „aus Gefälligkeit“ etwas geschrieben wurde. „Ich kenne die Pandemie-Richtlinien und kann nichts Pharmafreundliches aus ihnen herauslesen.“ Auch säßen in den Institutionen „extrem gute Leute“, von denen er sich so was nicht vorstellen könne.

 

Der Workshop im März thematisierte nicht die bestehenden Interessenkonflikte, sondern man einigte sich darauf, der „Kommunikation einen deutlich höheren Stellenwert“ einzuräumen. Eine „vorausschauende und reaktionsfähige Kommunikationskapazität“ müsse aufgebaut, „etablierte Multiplikatorennetzwerke professioneller genutzt“ werden. Diese „Kommunikationsstrategie“ soll im Herbst zur Grippeimpfung getestet werden. Mit anderen Worten: Die Medien sollen die grassierende Impfmüdigkeit bekämpfen. Hilfreich dürfte da sein, dass das RKI einen freien Journalisten bezahlt und in den Workshop geschickt hat, über dessen Artikel in renommierten Zeitungen sich Pharmafirmen bislang nicht zu ärgern brauchten.

 

Ob es allein mit einer Kommunikationsstrategie getan ist, bleibt fraglich. Erst recht, wenn man nicht genau weiß, wer warum eine Pandemie ausgerufen hat. Glaeske warnt: „Eine Pandemie ist keine rein medizinische Angelegenheit. Da spielen viele andere Faktoren eine Rolle.“ Sie erfordere eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern und Epidemiologen, sagt Glaeske. „Die Stiko sollte nicht länger allein entscheiden dürfen.“

Robert-Koch-Institut: http://www.rki.de

ZITAT ENDE

 

 

25.10.2010

 

Und die Zeit vergeht und keinen scheinen die Vorkommnisse des Jahres 2009 zu interessieren, die den Pharma-Konzernen Milliarden Euro-Gewinne brachten.

 

Haben die Medien brav vor zwei Jahren die Hysterie vor der Schweinegrippe geschürt, mit mindestens einem Artikel täglich, so ist jetzt verräterische Ruhe eingetreten. Ist es die Ruhe, die man beim Geld-Zählen braucht?

 

Nur in versteckten Fach-Publikationen wird weiter – quasi im Verborgenen – das Geschehen aufgearbeitet. Aber ohne die nötige Verbreitung kann das der Täuschung der Öffentlichkeit wenig entgegensetzen.

Dem letzten Zweifler öffnet der Artikel  des   ARZNEI-Telegramm,  Die unabhängige Information für Ärzte und Apotheker –anzeigenfrei, die Augen. Hier wird noch einmal deutlich gemacht, wie der Coup gelang: Zuerst wird von der WHO die Pandemiedefinition geändert, sodann die Pandemie ausgerufen, was zu Staatseinkäufen der angeblich hilfreichen Medikamenten führt.

 

Dazu ein Zitat aus. „Die gesponserte Pandemie – Die WHO und die Schweinegrippe“:

 

„Die WHO hat Pandemiepläne aufgestellt, an deren Ausarbeitung Experten beteiligt sind, die Interessenkonflikte bei Firmen haben, die von den WHO-Strategien erheblich profitieren. Die Interessenkonflikte sind der WHO bekannt, werden aber nicht öffentlich gemacht. Eine solche Geheimniskrämerei ist bei Entscheidungen, bei denen es weltweit um Milliarden Euro geht, nicht hinzunehmen.“

 siehe zum gesamten Artikel:    http://www.arznei-telegramm.de/zeit/1006_a.html  

Dies ist  nicht als Verschwörungstheorie aufzufassen und abzutun. Wenn man die oben zitierte unabhängige Homepage und den sauber recherchierten Artikel in arznei-telegramm 6/2010 liest, dann deprimiert es geradezu, wie wenig die Öffentlichkeit auf diese Zusamenhänge hingewiesen wird.

 

Nieder mit der Freiheit!

Hören Sie sie auch gelegentlich? 

 

Buñuel hörte sie schon und auch ich höre sie immer häufiger, die Forderung der Massen:

 

„ES LEBEN DIE KETTEN!  NIEDER MIT DER FREIHEIT!

Tier, Mensch, Katzen, -befröb34

Neulich konnte ich mich anlässlich einer Spätveranstaltung in einem angesehenen Restaurant einem Gespräch über den Unterschied zwischen Mensch und Tier nicht entziehen. Es wurden zahlreiche Unterscheidungsmerkmale angeführt, wie etwa das Vermögen zu Leiden (der Blitz soll dein Grab treffen, Descartes!), das Lachen, das Selbstbewusstsein, die Gehirnkapazität u.s.w.

 

Natürlich war das alles Blödsinn, weil es eher in die Kategorie gepasst hätte, warum der Mensch ein Tier ist wie etwa die gemeine Beutelratte. Aber seit jeher hatte der Mensch das Bedürfnis, etwas besonderes zu sein. Wir kennen das:  „Das Reich der Mitte“, oder „Alle Wege führen nach Rom“, oder überhaupt das „Geozentrische Weltbild“. Wir sind eben die Krone der Schöpfung und da wäre es auch ganz nebensächlich gewesen, hätte man schüchtern angemerkt, dass der Mensch knapp 99 Prozent seines Erbgutes mit dem Schimpansen teilt.

 

Als sich dann die Unterhaltung auf die Katzen zubewegte und damit auf die Frage, ob diese über Probleme der Welt nachdenken könnten, hatte ich endlich aus eigener Anschauung einen wertvollen Beitrag zu liefern, und ich erzählte von meiner Überzeugung, dass sich Katzen sehr wohl auch über komplexe Zusammenhänge wie beispielsweise der Raumkrümmung  oder der Relativitätstheorie Gedanken machen, aber mit einer uns Menschen unbegreiflichen Beiläufigkeit. Ganz selten sind sie nämlich an einer Mitteilung an uns interessiert.

 

Mein Kater raffte sich eines Abends, als ich faustisch über philosophische Probleme grübelte, auf und ging über meine Laptop-Tastatur. Er schrieb -befröb34. Meinen erstaunten, hilflosen Gesichtsausdruck wohl dahingehend interpretierend, dass ich dies als Zufall annehmen könnte, ging  er ein zweites Mal über die Tastatur und schrieb erneut -bfröb34.

 

Ich bat nun die Gesprächsrunde, und hiermit auch Sie, geneigter Leser, mir bei der Entschlüsselung dieser unzweifelhaft sinnvollen Aussage, hinter der sich wahrscheinlich ein philosophisch weit reichender Satz verbirgt, zu helfen. Es wäre uns nicht nur ein einzigartiger Beweis der Kommunikation Mensch-Tier gelungen, sondern darüber hinaus hätten wir noch einen erheblichen Erkenntnisgewinn über unsere Welt in Aussicht.

Von Hobbes zu Carl Schmitt

Gedanken zur  Legitimierung des „Führerstaats“

Carl Schmitt (geb. 1888 in Plettenberg, Sauerland; gest. 1985 ebenda, einer der bekanntesten deutschen Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts) war eine schillernde Gestalt. Hochgebildet, erfolgreicher Hochschulprofessor mit internationaler Reputation, katholisch, Verfasser der „Politischen Theologie“, diente er in der Weimarer Republik mehreren Regierungen als Jurist. Als dann Hitler an die Macht kam, wurde er ohne zu zögern Mitglied der NSDAP und stellte sich ganz in den Dienst des Nationalsozialismus. Dennoch gelang es ihm, sich einen einigermaßen anerkannten Ruf als Geisteswissenschaftler zu bewahren.

 

Als es darum ging, die Nazi-Diktatur gegenüber dem Ausland und Zweiflern im Inneren zu verteidigen, unternahm er einige Anstrengungen, den „Führerstaat“ theoretisch zu rechtfertigen und ging dabei von dem englischen Philosophen Thomas Hobbes (1588-1679) aus.

 

Beeinflusst von den Zuständen der Religionskriege in Europa, im speziellen von den chaotischen Zuständen vor, während und nach dem englischen Bürgerkrieg 1642 -1649, entwickelte dieser seine pessimistische Sicht des Naturzustandes des Menschen. Der Mensch, so stellte es sich für Hobbes dar, ist in seinem naturgegebenen Charakter egoistisch, machtgierig und für seine Mitmenschen gefährlich. Bekannt ist der nicht von Hobbes stammende, aber immer mit ihm in Verbindung gebrachte Satz: Homo homini lupus est. Der Mensch ist des Menschen Wolf. Dadurch entsteht ein Krieg „aller gegen alle“, den jeder oder jede Machtgruppe nur zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen will. Das Wohl des Gesamten bleibt bei dieser Sicht auf der Strecke.

 

Um diesen Zustand zu überwinden, bedarf es nach Hobbes eines Gesellschaftsvertrages. In diesem übertragen die Einzelnen wesentliche Rechte auf eine zentrale Gewalt, auf den Souverän, der dadurch über dem Recht steht.

 

In diesem staatsphilosophischen Ansatz kommt, wie selten so deutlich, das zum Ausdruck, was Adorno und Horckheimer unter der Dialektik der Aufklärung verstanden. Einerseits nämlich überwand der Gedanke des Gesellschaftsvertrages die Legitimation des Staates durch das Gottesgnadentum. In diesem Aspekt war Hobbes ein Aufklärer ersten Ranges. Die Ideologie der christlich-kirchlichen Allianz mit dem Adel war überwunden.

 

Andererseits ist ein derartig starker Hobbes´scher Staat, der „Leviathan“, die Legitimierung unbeschränkter Machtausübung im Absolutismus. Ein Widerstandsrecht (mit Ausnahme der Notwehr) ist bei Hobbes nicht vorgesehen. Der Gedanke der individuellen Freiheit bleibt auf der Strecke: Freiheit ist bis auf wenige Ausnahmen gänzlich abgeschafft. Jegliche Tyrannei kann sich hier seine Legitimation besorgen.

 

Diese andere Seite des Aufklärers Hobbes wurde besonders deutlich, als sich der „Kronjurist des Dritten Reichs“, eben Carl Schmitt, auf ihn bezieht, um einen ideologischen, akademischen Schleier um den nationalsozialistischen Unrechtsstaats zu weben. Der „deutsche Hobbes des 20.Jahrhunderts“, wie ihn der deutsche Soziologe Helmut Schelsky einmal nannte, kann in den dreißiger Jahren so der akademischen staunenden, vor allem auch internationalen Öffentlichkeit, eine Rechtfertigung des Führerstaats (u.a. schon 1932 in: „Der Begriff des Politischen“) präsentieren.

Fotografie von Gregory Crewdson

Wenn ich eine Rangliste meiner Lieblingsfotografen machen müsste (Ranglisten sind ja en vogue – Ranglisten sind ja schrecklich: Gut, dass ich keine machen muss!):  Gregory Crewdson stünde weit oben an prominenter Stelle.


Selten, dass Fotografien eine solch erzählerische Dichte aufweisen, selten, dass Stimmungen einer Kultur in einer Fotografie ausgedrückt werden können.


Crewdson inszeniert seine Aufnahmen wie einen Hollywood-Film. Und tatsächlich: daher holt er auch seine Formsprache. Er lässt sich inspirieren von Steven Spielberg und David Lynch und benutzt nicht selten professionelle Schauspieler für seine Kompositionen, für die er nicht unbedingt der Mann am Auslöser sein muss: er sieht sich mehr in der Rolle des Regiseurs der Fotoaufnahme.


Was für Amerika der 30 ´er Jahre in der Malerei Edward Hopper, ist in der Fotografie des ländlichen Amerikas der ´90 er Jahre Gregory Crewdson.

[Gregory Crewdson (* 26. September 1962 in Brooklyn)]