Bundespräsidentenwahl in Österreich
Wie rechts ist Österreich eigentlich?
Heute las ich im Standard, meiner alltäglichen Morgenlektüre (kann man ja einmal erwähnen, ist ja wirklich ein Labsaal in der österreichischen Medienlandschaft), ein Interview mit “unserer” Innenministerin Maria Fekter.
Darin nahm sie auch kurz Stellung zu einem Thema, das in Österreich zur Zeit viele Menschen beschäftigt. Zur nächsten Bundespräsidentenwahl kandidiert nämlich gegen den bislang amtierenden österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer die FPÖ´lerin Frau Barbara Rosenkranz. Hat nun jemand bei dem Name `Rosenkranz` vielleicht die Hoffnung gehegt, die FPÖ würde ein jüdisches Parteimitglied ins Rennen schicken, wurde er stark getäuscht. Im Gegenteil: Sie ist eine ausgemachte Gegnerin des österreichischen Verbotsgesetzes (Verbot jeder Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus), weil es der freien Meinungsäußerung widerspreche! Auch distanzierte sie sich nie von ihrem Ehemann, der als Rechtsextremist gilt. Kurzum: Frau Rosenkranz ist das, was der Journalist Hans-Henning Scharsach als Kellernazi bezeichnete.
Vom Standard nun befragt, ob Frau Barbara Rosenkranz eine bürgerliche Alternative zu Heinz Fischer sei, antwortete die Innenministerin u.a.:
“Ich bin praktizierende Christin, und für mich ist jemand, der seine Kinder nicht taufen lässt und selber aus der Kirche ausgetreten ist, nicht wählbar.”
Also: Die FPÖ´lerin Frau Rosenkranz ist nicht etwa deshalb nicht wählbar, weil sie mit dem braunen Sumpfgeruch der Nazi-Ideologie behaftet ist, sondern weil sie (trotz des Rosenkranzes im Namens) aus der Kirche ausgetreten ist und die Kinder nicht taufen lies! Schlimmer noch als die Nazis sind allemal die Atheisten!
Nun muss man wissen, dass in der letzten Nationalratswahl 2008 etwa 30 % (28,2) der abgegebenen Stimmen in Österreich rechts gewählt haben. Nicht auszudenken, wie viel - vor allem jetzige ÖVP-Wähler - rechts gewählt hätten, wären diese Rechte nur nicht so wenig katholisch. Und dunkel erinnern wir uns an diese Klientel: War da nicht irgend etwas in den 30ér Jahren?